WISSEN TECHNIK - MeshCore & Meshtastic - 9. Episode
Shownotes
Autor: HB9FDT, Alexander aus CH-Winterthur (alexander@wissentechnik.com)
Internet: https://www.hb9fdt.ch oder auch https://www.wissentechnik.com (WEB-Seite in Arbeit)
Projekt: MeshCore & Meshtastic
Buch zum aktuellen Podcast
WISSEN TECHNIK - MeshCore & Meshtastic - Einfach erklärt
ISBN: 9783695126309 - erhältlich im Buchhandel ab: 3.8.2026
**Wissen Technik – MeshCore & Meshtastic** ist der Podcast für alle, die moderne LoRa-Mesh-Netzwerke verstehen möchten – einfach, verständlich und ohne Vorkenntnisse. Schritt für Schritt erklären wir die Grundlagen von MeshCore und Meshtastic, zeigen Unterschiede, geben praktische Tipps und begleiten Dich vom Einsteiger bis zum sicheren Anwender. Technik zum Verstehen – verständlich erklärt und praxisnah vermittelt.
Transkript anzeigen
00:00:01: Wissentechnik, Meshcore
00:00:05: und Mesh-Tastic.
00:00:14: Herzlich willkommen zurück bei Wissen Technik dem Podcast über MeshCore & MeshTastic.
00:00:20: Technik muss man nicht auswendig lernen Man muss sie nur verstehen.
00:00:25: Episode Nummer neun In der letzten Folge haben wir überhaupt gesprochen Und dabei schon kurz den Begriff flooding erwähnt.
00:00:33: Heute schauen wir uns dieses Prinzip genauer an.
00:00:36: Was bedeutet flooding eigentlich?
00:00:38: Wie funktioniert es technisch?
00:00:40: Und warum gehen Mesh-Core und Meshtastic hier ganz unterschiedliche Wege.
00:00:45: Was ist eigentlich Flooding?
00:00:47: Fangen wir wieder ganz einfach an!
00:00:49: Stell dir vor, in einer Stadt wird ein kleines Kind vermisst – niemand weiß wo es sich befindet.
00:00:55: Die Polizei schickt deshalb nicht nur ein einziges Fahrzeug los sondern informiert alle verfügbaren Patrouillen gleichzeitig.
00:01:03: Jede fährt in eine andere Richtung und durchsucht ihren Bereich.
00:01:06: Anfangs entsteht dadurch zwar mehr Verkehr, doch die Wahrscheinlichkeit ist groß dass das Kind möglichst schnell gefunden wird.
00:01:13: Genau nach diesem Prinzip arbeitet auch Flooding in einem Mesh-Netzwerk.
00:01:18: Flooding bedeutet übersetzt Fluten.
00:01:20: Eine Nachricht breitet sich dabei von ihrem Ausgangspunkt aus in alle Richtungen aus Ähnlich wie Wasser, das sich nach einem starken Regenschauer seinen Weg sucht.
00:01:29: Das Grundprinzip ist erstaunlich einfach Ein Node sendet eine Nachricht.
00:01:35: Jeder Note, der diese Nachricht zum ersten Mal empfängt, reicht sie an alle erreichbaren Nachbarn weiter.
00:01:41: Diese machen wiederum dasselbe – so breitet sich die Nachricht Schritt für Schritt durch das gesamte Netzwerk aus bis Sie entweder Ihren Empfänger erreicht oder das Hop-Limit überschritten wird, das wir in der letzten Episode kennengelernt haben.
00:01:55: Flooding ist also keine Schwäche eines Mesh-Netzwerks im Gegenteil!
00:01:59: Es ist der einfachste und zugleich zuverlässigste Weg, einen Empfänger zu erreichen dessen genauer Standort oder Übertragungsweg noch nicht bekannt ist.
00:02:08: Genau deshalb bildet Flooding die Grundlage vieler Mesh-Netzwerke.
00:02:12: Der große Vorteil liegt auf der Hand Ein Note muss keine Routing-Tabelle führen Er muss keine Wege kennen.
00:02:19: Er muss sich nicht merken über welchen Pfad ein bestimmter Note erreichbar ist.
00:02:23: Er kennt nur eine einzige Regel Neue Nachricht gehört weiterleiten.
00:02:28: Dadurch funktioniert Flooding auch dann zuverlässig, wenn sich das Netzwerk ständig verändert.
00:02:33: Neue Notes können hinzukommen andere verschwinden oder bewegen sich.
00:02:38: Trotzdem findet die Nachricht in den meisten Fällen ihren Weg.
00:02:41: Gerade deshalb eignet sich Flooding besonders gut für mobile Anwendungen beispielsweise bei Wanderungen, Velotouren Veranstaltungen oder überall dort wo sich die Teilnehmer ständig bewegen.
00:02:52: Natürlich hat dieses Verfahren auch Nachteile.
00:02:55: Wenn grundsätzlich jeder Note jede neue Nachricht weiterleitet, entstehen in größeren Netzwerken viele doppelte Übertragungen derselben Nachricht.
00:03:03: Man spricht dabei manchmal von einem sogenannten Broadcast-Storm also einem regelrechten Nachrichtensturm.
00:03:10: Das kostet so genannte airtime.
00:03:13: Airtime bezeichnet die Zeit während der ein Funkgerät tatsächlich sendet und genau diese Sendezeit ist bei Laura ein kostbares Gut.
00:03:21: Je länger und häufiger gesendet wird, desto stärker wird die gemeinsam genutzte Funkfrequenz belastet.
00:03:27: Deshalb versuchen moderne Mesh-Protokolle unnötige Übertragungen möglichst zu vermeiden.
00:03:32: Schauen wir uns zunächst MeshTastic an!
00:03:35: Meshtastic verwendet eine weiterentwickelte Form des Floodings – sie nennt sich Managed Flooding also gesteuertes Flooding.
00:03:42: Der Grundgedanke bleibt derselbe Neue Nachrichten werden weiterhin an alle erreichbaren Nachbarn weitergegeben.
00:03:49: Allerdings versuchen die Notes doppelte Übertragungen möglichst zu vermeiden.
00:03:54: Bevor ein Note eine Nachricht weiterleitet, wartet er einen kurzen leicht zufälligen Moment.
00:04:00: Hört er während dieser Zeit das ein anderer Note dieselbe Nachricht bereits erfolgreich weitergeleitet hat verzichtet er häufig auf seine eigene Aussendung.
00:04:08: Dadurch bleibt das Grundprinzip des Floodings erhalten.
00:04:12: gleichzeitig wird der Funkverkehr deutlich reduziert.
00:04:15: einige spezielle Rollen beispielsweise Router oder Repeater Besitzen dabei Vorrang und übernehmen das Weiterleiten bevorzugt.
00:04:23: Das haben wir bereits in einer früheren Episode kennengelernt.
00:04:26: Wichtig ist auch zu wissen, für Broadcast-Nachrichten also Nachrichten in gemeinsamen Kanälen verwendet Meshtastik grundsätzlich weiterhin Flooding!
00:04:36: Denn hier soll die Nachricht möglichst viele Teilnehmer erreichen.
00:04:40: Bei Direktnachrichten hat sich Meshtastic jedoch weiterentwickelt.
00:04:43: Seit Version zwei Punkt sechs wird die erste Nachricht an einen bisher unbekannten Empfänger zunächst geflutet.
00:04:51: Dadurch findet das Netzwerk überhaupt erst einen funktionierenden Weg.
00:04:55: Für späteren Nachrichten nutzt Meshtastik dann zunehmend eine gelernte Next-Hop Route, wodurch weniger Flooding notwendig wird.
00:05:03: Flooding bleibt also die Grundlage des Systems – wird bei Direktverbindungen heute aber gezielter eingesetzt als früher.
00:05:10: Meshcore verfolgt einen deutlich anderen Ansatz.
00:05:13: Hier fluten grundsätzlich nur die Repeater.
00:05:16: Die persönlichen Geräte der Benutzer, die sogenannten Companion Notes beteiligen sich normalerweise nicht am Flooding.
00:05:23: Dadurch entsteht von Anfang an deutlich weniger Funkverkehr.
00:05:27: Auch bei den Repeaters selbst wird Flooding nur für den allerersten Kontakt zu einem bisher unbekannten Ziel verwendet.
00:05:34: Sobald das Netzwerk einen funktionierenden Pfad gefunden hat merkt es sich diesen Weg.
00:05:39: Man kann sich das wieder wie ein Navigationsgerät vorstellen.
00:05:42: Beim ersten Besuch eines unbekannten Ortes sucht das Navi den besten Weg.
00:05:47: Hat es diesen einmal gefunden, verwendet es dieselbe Strecke immer wieder.
00:05:52: Erst wenn eine Straße gesperrt ist oder ein Hindernis auftaucht beginnt die Suche erneut.
00:05:57: Ganz ähnlich arbeitet auch Meshcore.
00:06:00: Nur wenn ein gelernter Pfad nach mehreren Versuchen nicht mehr funktioniert beispielsweise weil ein Repeater ausgefallen ist startet automatisch eine neue Floodingphase um einen alternativen Weg zu finden.
00:06:13: Für Gruppennachrichten gilt allerdings auch bei MeshCore eine Ausnahme, da hier viele Empfänger gleichzeitig erreicht werden sollen kommt ebenfalls Flooding zum Einsatz.
00:06:22: Schließlich existiert in diesem Fall kein einzelner Zielpfad sondern die Nachricht soll möglichst das gesamte Netzwerk erreichen.
00:06:30: Der eigentliche Unterschied zwischen Meshcore und MeshTastic zeigt sich deshalb vor allem bei der Kommunikation zwischen zwei einzelnen Notes.
00:06:39: Zusammenfassung Fassen wir die heutige Episode zusammen.
00:06:43: Flooding bedeutet, dass eine Nachricht von Node zu Node an alle erreichbaren Nachbarn weitergegeben wird bis sie ihren Empfänger erreicht oder das Hop-Limit überschritten wird.
00:06:54: Der große Vorteil besteht darin, dass das Netzwerk keinerlei Vorwissen über seine Struktur benötigt.
00:07:00: der Nachteil ist der erhöhte Funkverkehr weil viele Notes dieselbe Nachricht weiterleiten können.
00:07:06: MeshTastic nutzt Managed Flooding als grundlegendes Kommunikationsprinzip und reduziert doppelte Übertragungen durch intelligente Wartezeiten.
00:07:15: MeshCore verwendet Flooding dagegen hauptsächlich zur einmaligen Pfad-Suche, und wechselt anschließend möglichst schnell auf einen bekannten gezielten Übertrahungsweg.
00:07:26: Für Gruppenkanäle verwenden beide Systeme weiterhin Flooding – weil hier viele Empfänger gleichzeitig erreicht werden sollen!
00:07:33: Merken wir uns zum Schluss noch einen wichtigen Satz.
00:07:37: Flooding ist der Startpunkt jeder Reise durch ein unbekanntes Netzwerk.
00:07:42: Erst wenn der Weg bekannt ist, können intelligente Routing-Verfahren die Kommunikation schneller und effizienter machen!
00:07:50: Das war Episode Nummer neun von Wissen, Technik, Meshcore & Mesh-Tastik.
00:07:56: Wenn dich das Thema weiterhin interessiert und wenn du wissen möchtest wie man einen Repeater konkret aufbaut, konfiguriert Und welche Hardware sich bewährt hat, dann bleibt dran.
00:08:06: Denn genau solche Themen beantworte ich!
00:08:09: So gut es geht.
00:08:09: nach dieser Serie über das Grundwissen von Meshcore und Mesh-Tastic auf meiner Webseite.
00:08:15: Wissentechnik Punkt
00:08:18: Komm.
00:08:19: Gewisse Themen werden wir nach diesen Episoden mit Zusatzepisoden behandeln.
00:08:24: Sei gespannt und vielen Dank dass du heute wieder dabei warst.
00:08:28: In der nächsten Episode beantworten wir eine Frage die sich viele Einsteiger stellen Was bedeutet denn?
00:08:34: Path Routing.
00:08:36: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten
00:08:49: Mal!
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