WISSEN TECHNIIK - MeshCore & Meshtastic - 18. Episode
Shownotes
Autor: HB9FDT, Alexander aus CH-Winterthur (alexander@wissentechnik.com)
Internet: https://www.hb9fdt.ch oder auch https://www.wissentechnik.com (WEB-Seite in Arbeit)
Projekt: MeshCore & Meshtastic
**Wissen Technik – MeshCore & Meshtastic** ist der Podcast für alle, die moderne LoRa-Mesh-Netzwerke verstehen möchten – einfach, verständlich und ohne Vorkenntnisse. Schritt für Schritt erklären wir die Grundlagen von MeshCore und Meshtastic, zeigen Unterschiede, geben praktische Tipps und begleiten Dich vom Einsteiger bis zum sicheren Anwender. Technik zum Verstehen – verständlich erklärt und praxisnah vermittelt.
Das Buch zur Serie: WISSEN TECHNIK - MeshCore & Meshtastic - Einfach erklärt
überall im Buchhandel erhältlich.
ISBN 9783695126309
Transkript anzeigen
00:00:01:
00:00:13: Willkommen zurück bei Wissentechnik, dem Podcast über Meshcore und Meshtastic.
00:00:19: Technik muss man nicht auswendig lernen – man muss sie nur verstehen!
00:00:34: Viele glauben, man braucht nur eine riesige Antenne oder maximale Sendeleistung.
00:00:39: Doch Lora-Funkwellen verhalten sich eher wie Licht – sie mögen keine dicken Betonwände, dichten Wälder oder Hügel!
00:00:46: Für Anfänger gilt die goldene Regel Höhe gewinnt.
00:00:50: Oft bringt es viel mehr den kleinen Knoten ein paar Meter weiter oben am Fenster oder auf dem Dach zu platzieren als ein teures Zubehörteil zu kaufen.
00:01:00: In dieser Folge erklären wir ganz einfach, wie Hindernisse, Wetter und der richtige Standort deine Reichweite beeinflussen.
00:01:08: Los geht's!
00:01:09: Wovon hängt die Reichweiter eines Mesh-Netzwerks ab?
00:01:13: Fangen wir wieder mit einem Beispiel aus dem Alltag an.
00:01:16: Stellt euch vor ihr möchtet einen Ball möglichst weit werfen.
00:01:21: Wie weit der Ball fliegt, hängt nicht nur davon ab, wie kräftig er werft.
00:01:25: Es spielt ebenso eine Rolle ob Ihr Berg auf oder bergab werft ob euch starker Gegenwind entgegenbläst, ob Bäume oder Häuser im Weg stehen und sogar wie geschickt ihr den Ball überhaupt greift – und loslasst.
00:01:40: Die Reichweite eines Funksignals funktioniert im Grunde ganz ähnlich.
00:01:44: Sie ist niemals das Ergebnis eines einzigen Faktors sondern immer das Zusammenspiel mehrerer Einflüsse die wir in den vergangenen Episoden bereits einzeln kennengelernt haben.
00:01:55: Deshalb sollten wir uns gleich zu Beginn einen wichtigen Satz merken Es gibt keinen einzelnen Schalter für mehr Reichweite.
00:02:04: Gute Funkverbindungen entstehen immer durch das Zusammenspiel vieler Faktoren.
00:02:09: Der wichtigste dieser Fakturen ist häufig der Standort.
00:02:13: Funkwellen im von Laura genutzten Frequenzbereich breiten sich überwiegend geradlinig aus und profitieren deshalb von einer möglichst freien Sichtverbindung zwischen Sender-und Empfänger.
00:02:25: Ein Note auf einem Hügel, einem Dach oder einem Mast überwindet automatisch viele Hindernisse, die auf Bodenhöhe im Weg stehen würden.
00:02:34: Dazu gehören Gebäude, Bäume, Hügel oder bei größeren Entfernungen sogar die Erdkrimmung.
00:02:42: Genau deshalb haben wir bereits in Episode sechs und Episode zwölf gesehen warum Repeater möglichst hoch-und frei montiert werden sollten.
00:02:52: Eng mit dem Standort verbunden ist die Antenne.
00:02:55: Wie wir in der letzten Episode gelernt haben, erzeugt eine Antenne keine zusätzliche Energie.
00:03:01: Sie verteilt die vorhandene Energie lediglich besser!
00:03:05: Eine gut gewählte Antenne kann die tatsächlich nutzbare Reichweite oft deutlich stärker verbessern als eine höhere Sendeleistung.
00:03:14: Entscheidend ist dabei jedoch immer dass die Antenne zum jeweiligen Einsatz zweck passt.
00:03:20: Ebenso wichtig sind die Hindernisse zwischen Sender und Empfänger.
00:03:24: Gebäude, Wälder, Berge, dichter Regen oder feuchtes Laub können ein Funksignal deutlich abschwächen.
00:03:33: Deshalb ist Reichweite niemals nur eine Frage der Entfernung in Metern.
00:03:38: Viel entscheidender ist häufig die Frage was sich zwischen den beiden Funkstationen befindet?
00:03:44: Damit kommen wir zu RSSI und SNR über die wir in der letzten Episode gesprochen haben.
00:03:52: RSSI beschreibt die Stärke des empfangenen Signals, während SNR angibt wie gut sich dieses Signal vom Hintergrundrauschen abhebt.
00:04:03: Selbst wenn ein Signal noch ausreichend stark erscheint kann ein schlechter SNR-Wert die tatsächlich nutzbare Reichweite erheblich einschränken.
00:04:13: Umgekehrt kann Laura selbst sehr schwache Signale noch zuverlässig auswerten, wenn das Signal Rauschverhältnis ausreichend gut ist.
00:04:23: Genau dafür wurde Laura entwickelt um mit geringer Sendeleistung über erstaunlich große Entfernungen zuverlässig kommunizieren zu können.
00:04:33: Natürlich spielen auch die gewählten Funkeinstellungen eine wichtige Rolle.
00:04:38: Bandbreite und insbesondere der sogenannte Spreading Faktor beeinflussen maßgeblich, wie weit ein Signal übertragen werden kann.
00:04:47: Allerdings gilt hier immer ein Kompromiss.
00:04:50: Einstellungen die größere Reichweiten ermöglichen verlängern gleichzeitig die Sendedauer einer Nachricht und verbrauchen dadurch mehr der knappen airtime über die wir bereits in Episode fünfzehn gesprochen haben.
00:05:05: Reichweite, Übertragungsgeschwindigkeit und Netzwerkkapazität stehen daher immer in einem gewissen Spannungsverhältnis.
00:05:13: Welche Einstellung die richtige ist, hängt letztlich davon ab ob ihr ein weitläufiges Netzwerk mit wenigen Teilnehmern oder ein dichteres Netz mit vielen Notes betreiben möchtet.
00:05:25: Viele denken zunächst an die Sendeleistung wenn es um Reichweite geht.
00:05:30: Tatsächlich spielt sie selbstverständlich eine Rolle Sie isst jedoch meist nicht der wichtigste Einflussfaktor.
00:05:36: Wie wir bereits bei den Regionen und der Erdheim gelernt haben, ist die maximal zulässige Sendeleistung gesetzlich begrenzt.
00:05:45: Ihr könnt also nicht einfach beliebig stärker senden um größere Reichweiten zu erzielen.
00:05:51: Viel wichtiger ist häufig ein guter Standort oder eine passende Antenne.
00:05:56: Ein guter standort verbessert gleichzeitig das Senden und das Empfang.
00:06:02: Eine höhere Sendeleistung verbessert dagegen nur das senden.
00:06:06: Deshalb bringt ein höher montierter Note in der Praxis häufig deutlich mehr als eine kleine Erhöhung der Sendeleistungen.
00:06:14: Diese physikalischen Zusammenhänge gelten sowohl für Meschtestik, also auch für Meshcore – denn sie beruhen auf der Lora-Funktechnik selbst und nicht auf der verwendeten Software.
00:06:25: Dennoch ergeben sich in der praxis Unterschiede.
00:06:29: Bei Meschtestic das wir im Episode neun in Zusammenhang mit Flooding kennengelernt haben Wächst die praktisch erreichbare Netzabdeckung häufig mit der Anzahl sinnvoll platzierter Notes, die Nachrichten weiterleiten.
00:06:42: Dadurch können große Netzwerke entstehen – allerdings steigt gleichzeitig auch der Verbrauch der gemeinsamen Airtime.
00:06:50: Meshcore verfolgt dagegen einen anderen Ansatz.
00:06:54: Durch das Path-Routing aus Episode X hängt die dauerhaft nutzbare Reichweite stärker von wenigen dafür strategisch optimal platzierten Repeatern ab.
00:07:05: Gerade deshalb kommt bei Meshcore der Auswahl des Standorts und der Antenne dieser Schlüsselknoten eine besonders hohe Bedeutung zu!
00:07:14: Warum ist all das für euch in der Praxis so wichtig?
00:07:18: Wenn ihr die Reichweite eures Netzwerks verbessern möchtet, solltet ihr niemals nur einen einzigen Faktor betrachten.
00:07:25: Analisiert immer das gesamte System Betrachtet den Standort, die Antenne, mögliche Hindernisse, RSSI und SNR sowie die gewählten Funkeinstellungen.
00:07:38: Oft bringt schon eine bessere Antenne oder ein paar Meter zusätzliche Höhe deutlich mehr als jede Veränderung der Sendeleistung.
00:07:48: Praxistipp!
00:07:50: Wenn ihr eure Reichweite verbessern möchtet verändert immer nur einen Faktor nach dem anderen.
00:07:56: Nur so könnt ihr zuverlässig erkennen, welche Maßnahme tatsächlich den gewünschten Erfolg gebracht hat.
00:08:03: Fassen wir die heutige Episode zusammen!
00:08:06: Die Reichweite eines Mesh-Netzwerks entsteht niemals durch einen einzelnen Faktor.
00:08:12: Entscheidend ist immer das Zusammenspiel aus Standort-, Antenne-, Hindernissen-, RSSI-, SNR-, den gewählten Funkeinstellungen und der verwendeten Routingstrategie.
00:08:25: Diese physikalischen Grundlagen gelten gleichermaßen für Meshtestic und Meshcore.
00:08:32: Der Unterschied liegt vor allem darin, wie beide Systeme ihre Netzwerke organisieren.
00:08:37: Meshtastic profitiert von vielen gut platzierten Notes während MeshCore auf wenige strategisch optimal platzierte Repeater setzt.
00:08:48: Merken wir uns zum Schluss noch einen Satz.
00:08:51: Reichweite entsteht nicht durch mehr Leistung sondern durch das Zusammenspiel vieler Faktoren.
00:09:24: Gewisse Themen werden wir nach diesen Episoden mit Zusatzepisoden behandeln.
00:09:28: Sei gespannt und vielen Dank, dass du heute wieder dabei warst!
00:09:32: In der nächsten Episode beantworten wir eine Frage die sich viele Einsteiger stellen.
00:09:38: Wie funktioniert ein Solaripeater?
00:09:40: Nochmals – Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!
00:09:45: Das
00:10:00: war eine neue Episode von Wissentechnik.
00:10:03: Meshcore
00:10:03: und MeshTastic.
00:10:05: Bis zum nächsten Mal!
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